Mittelstandsvereinigung besucht Firma Flott

Dietmar Volk: „Wir müssen Maschinen Made in Remscheid erhalten“

„Seinen guten Ruf als Zentrum der deutschen Werkzeugindustrie hat sich Remscheid durch die hohe Qualität seiner Produkte erworben. Auch heute noch spielt hier die traditionelle Werkzeugproduktion eine große Rolle, wobei die ansässigen Unternehmen mittels modernster High-Tech-Verfahren nach wie vor auch international Maßstäbe setzen und eine hohe Exportorientierung aufweisen. Ein Beispiel hierfür ist die Firma Flott, die seit über 170 Jahren eben solche Maßstäbe in der Metallbearbeitung setzt. Daher ist es eine besondere Ehre, dass wir heute im Showroom der Firma Flott zu Gast bei ihrem Geschäftsführenden Gesellschafter Karl-Peter Becker sein dürfen.“

Mit diesen Worten begrüßte CDU-Ratsherr und MIT-Vorsitzender Dietmar Volk die Gäste, zu denen unter anderem der CDU-Landtagsabgeordnete Jens-Peter Nettekoven und CDU-Fraktionschef und OB-Kandidat Markus Kötter gehörten.

„Unser Produkte sollen das Leben der Menschen leichter machen“, so umschrieb Karl-Peter Becker die eigene Firmenphilosophie. „Die Firma Flott ist sowohl konservativ als auch innovativ. Wir setzen auf einmalige Qualität, die uns von den meisten Wettbewerbern unterscheidet.“ Becker, ein Mann klarer Worte, mahnte angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage Reformen der Bundesregierung an. Gesetzgebung dürfe nicht zum Selbstzweck werden. Der Staat müsse sich fragen, für was er eigentlich zuständig sei. Arbeit müsse sich für die Fleißigen im Land wieder lohnen. Es sei brandgefährlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn eine Kombination aus Transferleistungen und Schwarzarbeit am Ende lukrativer sei als eine reguläre Arbeit.

Seine Erwartungshaltung an einen künftigen Oberbürgermeister von Remscheid ist klar: „Erstens müssen so schnell wie möglich mehr Industriegebiete ausgewiesen werden. Und zweitens muss ganz dringend die Gewerbesteuer gesenkt werden, damit Remscheid wieder wettbewerbsfähig wird“, so Becker, der auch dem Landesvorstand des Branchenverbands VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) angehört.

CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Kötter möchte im September zum Oberbürgermeister der Stadt Remscheid gewählt werden. Er ist überzeugt davon, dass Remscheid mehr kann. „Wir wollen gemeinsam die Ärmel hochkrempeln, um unserer Stadt wieder neuen Lebensgeist einzuhauchen. Auch die Liebe zu seiner Heimatstadt wird aus Mut gemacht. Mut, endlich mal etwas neu zu machen und zu probieren. Wir sind doch die Stadt der Tüftler und Erfinder. Die Themenfelder Wirtschaft und Arbeit haben in den letzten Jahren unter SPD-Regentschaft in Remscheid ein Schattendasein gefristet. Sie stehen und standen nicht ganz oben auf der Agenda der Rathausspitze und der Ratsmehrheit. Wir setzten uns mit Nachdruck für die heimische Industrie und Wirtschaft ein“, betonte Kötter.

Der OB-Kandidat der Remscheider Christdemokraten erinnerte an die mahnenden Worte des Geschäftsführers der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Stephan Vogelskamp hatte 2023 davor gewarnt, dass wir „schon aufpassen“ müssen, „dass wir nicht abrutschen“. Er sagte, wir „haben schleichende Entwicklungen in vielen Bereichen, die alle nicht gut sind“. „Diese Entwicklung hat sich leider verfestigt. Die Mahnungen von Stephan Vogelskamp wurden nicht gehört. Daher darf es nicht im gleichen Trott ‚verlässlich voran‘ gehen, sondern wir brauchen einen echten Neustart“, forderte der CDU-Fraktionschef.

 

„Wir müssen Maschinen Made in Remscheid erhalten. Unternehmerische Initiative darf nicht von immer mehr Vorschriften und Bürokratie erdrosselt werden. Hier brauchen wir keine Kettensäge, aber wir müssen den Wildwuchs, der über Jahrzehnte entstanden ist, wieder zurückschneiden auf ein gesundes Maß. Nur so können wir unseren Wohlstand erhalten. Zurzeit steht die SPD in der Bundesregierung noch auf der Bremse. Doch wir brauchen Reformen. Warum schaffen wir nicht mehr Anreize für ältere Arbeitnehmer, freiwillig länger zu arbeiten? Es macht überhaupt keinen Sinn, wenn ein Mensch nach dem Eintritt ins reguläre Rentenalter noch in die Arbeitslosenversicherung einzahlen muss. Auch Überstundenzuschläge müssen steuerfrei werden. Mit Predigten von der Kanzel herab bewegt man niemanden dazu, mehr zu arbeiten. Das funktioniert nur, indem die Menschen mehr Netto vom Brutto behalten“, so Volk.

 

Einig war sich die Runde darin, dass die Industriearbeitsplätze in unserer Heimatstadt unbedingt erhalten bleiben müssen. „Wenn diese gut bezahlten und gut qualifizierten Jobs im großen Stil wegbrechen, dann verliert Remscheid ein Stück seiner Identität“, so Becker abschließend.